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Ehrung für Prof. Matthias Mander

Lebring-St.Margarethen verleiht den „Goldenen Ring der Marktgemeinde“ an Professor Matthias Mander

In würdevollem Rahmen und Beisein zahlreicher Ehrengäste wurde am Samstag, 7.Februar 2026 in Lebring-St.Margarethen Herrn Prof. Matthias Mander von Bgm. ÖkR Franz Labugger und Vizebgm. OSR Johann Kießner-Haiden die Auszeichnung „Goldener Ring der Marktgemeinde“ für sein großes literarisches Wirken und seine Verdienste für Lebring, überreicht. Der Vorsitzende des Österreichischen Schriftsteller:innenverbandes, Herr Mag. Christian Teissl, sprach als Laudator eindrucksvoll passende Worte zum Thema „Wo fühlt man seine Heimat? Wo ist man daheim?“

1933 in Graz geboren, verbrachte Matthias Mander, der mit bürgerlichem Namen Harald Mandl heißt, prägende Jahre in Lebring, bei seiner Tante Johanna Mandl, die ihm zur Ziehmutter wurde. In der Notzeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges absolvierte er in seiner Heimatstadt die Handelsakademie und trat dort mit 19 Jahren in das Waagner-Biro-Werk ein, dem sein gesamtes berufliches Leben gewidmet war. Im Staatsver­tragsjahr 1955 übersiedelte er nach Wien und begann dort alsbald mit dem Aufbau einer „Zentralen Betriebswirtschaftsstelle“ für den Waagner-Biro-Konzern.

Als er im Alter von 46 Jahren seinen ersten Roman, Der Kasuar, vorleg­te, sahen nicht wenige Kritiker in Matthias Mander einen literarischen Quereinsteiger aus der Welt der Wirtschaft. Dabei hatte er bereits in den 1950er Jahren erste Texte in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht und sich in seiner steirischen Heimat als literarische Nachwuchshoffnung einen Namen gemacht. Inzwischen hat sich, Buch um Buch und Text für Text, ein eindrucksvolles literarisches Lebenswerk gerundet.

Prof. Matthias Mander zog in seiner abschließenden Dankesrede einen interessanten und berührenden Streifzug durch seine Erlebnisse in den Kindheitsjahren, die er nach dem Tod seiner Mutter von 1940 bis 1945 in Lebring bei seiner Tante verbrachte. Diese Zeit hat ihn sehr geprägt und begleitet ihn sein gesamtes Leben. Seine Begeisterung für Lebring-St.Margarethen findet sich in vielen Textpassagen seiner zahlreichen veröffentlichten Bücher wieder – wie z.B.:

„Ich gehe nach Lebring, dem Straßendorf, gehe immer wieder den einen Kilometer: vom Mayerhold zum Raggam, um die Kurve beim Elektrizitätswerk vor den Kastanienbäumen, beim Thaller vorbei, beim Lolacher, bei der Gendarmerie mit der beleuchteten Tafel […], dann die Bahnübersetzung, ein düsterfeuchter Obst­garten und schon kommt der Taubenkogel des Raggam – das ist genau ein Kilometer. Diesen Raster habe ich über alle Strecken meines Lebens gelegt.“  

Herr Prof. Mander würdigte den Ort seiner Kindheit mit Begeisterung und verlieh seiner Freude über die große Ehrung deutlich Ausdruck.

Das Weisenbläser-Quartett der Trachtenkappelle Lebring-St.Margarethen sorgte für die passende musikalische Umrahmung.

Die große Familie von Matthias Mander und alle Ehrengäste, wie Altbgm. Franz Steiner, Nationalratsabgeordneter Bgm. Joachim Schnabel, Europaabgeordneter Mag. Lukas Mandl, Bürgermeister der Stadtgemeinde Gerasdorf Mag. Dietmar Ruf, der Leiter der Historischen Landeskommission für Steiermark Ao.Univ.-Prof.i.R. Dr. phil. Wernfried Hofmeister, der wissenschaftliche Leiter des Kulturparks Hengist Hofrat Mag. Dr. Gernot Obersteiner MAS und Pfarrer Dr. Peter Brauchart freuten sich sehr mit dem Geehrten und ließen den Nachmittag mit perfekter Bewirtung und guten Gesprächen im Restaurant Gollner in Lebring ausklingen.